Kurz zusammengefasst: Der Trend geht klar zum Akku und auch wir raten im Fachgeschäft in den meisten Fällen dazu: Das Handling ist deutlich einfacher, eine volle Ladung trägt dich 18 bis 20 Stunden durch den Tag und die Hersteller bieten neue Hörgerätegenerationen im Hinter-dem-Ohr-Bereich fast nur noch mit Akku an. Batteriegeräte bleiben vor allem bei zuzahlungsfreien Kassengeräten, bestimmten Hochleistungsgeräten und im Im-Ohr-Segment relevant.
Der Markt hat schon entschieden
Was viele nicht wissen: Die Frage stellt sich beim Neukauf oft gar nicht mehr. Auf den neuen Chip-Plattformen, also den aktuellen Hörgerätegenerationen, bieten die meisten Hersteller im Hinter-dem-Ohr-Segment schlicht keine Batteriegeräte mehr an. Ausnahmen gibt es zwei: Hörgeräte für an Taubheit grenzende Schwerhörigkeiten (WHO4-Versorgung), die es weiterhin mit Batterie gibt, mit Zuzahlung auch auf aktuellen Plattformen. Und die zuzahlungsfreien Kassengeräte, die allerdings häufig 3 bis 4 Jahre technisch unverändert bleiben. Im Im-Ohr-Bereich (IdO) existieren dagegen noch einige Batteriegeräte mit aktuellen Chips.
Laufzeit im Vergleich
Ein Akku-Hörgerät läuft mit einer Ladung im Schnitt 18 bis 20 Stunden, das reicht für den ganzen Tag, geladen wird über Nacht. Eine Batterie der gängigen Größe 312 hält etwa 5 Tage, abhängig von Tragedauer und eingestellter Lautstärke, denn je lauter, desto höher der Stromverbrauch. Der praktische Unterschied: Beim Batteriegerät solltest du immer Ersatzbatterien dabeihaben, beim Akkugerät reicht die volle Ladung am Morgen. Und die Sorge vor dem Winter können wir aus der Praxis entkräften: Über eine zu kurze Akkulaufzeit bei Kälte hat sich bei uns noch kein Kunde beschwert.
Handling und Kosten
Das Akku-Handling ist für die meisten Menschen deutlich einfacher: Geräte abends in die Ladestation, morgens herausnehmen, fertig. Kein Batteriefach, kein Abziehen von Schutzfolien, kein Hantieren mit winzigen Knopfzellen, ein echter Vorteil, wenn die Fingerfertigkeit nachlässt. Der Akku-Komfort kostet bei gesetzlich Versicherten allerdings einen Eigenanteil, meist ab etwa 400 Euro pro Hörgerät. Unsere Erfahrung: Rund 95 Prozent der Kunden sind bereit, das zu investieren.
Unser Fazit aus dem Fachgeschäft
Am Ende ist es Geschmacks- und Komfortsache, aber wir raten klar zum Akku: einfacheres Handling, verlässliche Laufzeit, aktuelle Technik. Batterie bleibt die richtige Wahl, wenn es zuzahlungsfrei sein soll oder das gewünschte Gerät nur so verfügbar ist.
Häufige Fragen
Lässt die Akkuleistung mit der Zeit nach? Ja, wie bei jedem Akku verliert er allmählich an Kapazität. Meist zeigt sich nach 4 bis 5 Jahren eine geringere Leistung, die in der Regel aber noch für den ganzen Tag reicht. Der Akustiker kann den Akku im Werk tauschen lassen, auf Wunsch auch schon früher. Mehr dazu in unserem Akku-Ratgeber.
Kann ich unterwegs laden? Ja, mobile Go-Ladestationen haben einen eingebauten Akku und laden ohne Steckdose, ideal für Reisen.
Halten Batterien im Winter schlechter? Kälte kostet etwas Kapazität, bei normaler Nutzung bleibt der Unterschied aber klein. Ersatzbatterien gehören im Winter trotzdem in die Tasche.
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